27 Novembre 2014  |  Entreprise
Publié dans Oberflächen POLYSURFACES 04/2014

Von mühsamer Handarbeit zum automatisierten Schleifen und Polieren

Am Anfang stand eine kühne Idee: Das mühselige, händische Schleifen und Polieren von Metallteilen sollte durch automatisierte Lösungen ersetzt werden. Mit dieser Zielsetzung wurde 1989 die SHL GmbH gegründet. 25 Jahre später arbeiten über 1750 Roboterschleif- und -polieranlagen weltweit am Markt. Damit zählt das Unternehmen zu den grössten Roboterintegratoren und -systemhäusern Europas.

Au début, ce fut une idée audacieuse: le ponçage et le polissage manuels et pénibles de pièces métalliques devraient faire place à des solutions automatisées. C’est avec cet objectif qu’a été fondée la société SHL GmbH en 1989. Vingt-cinq ans plus tard, plus de 1750 installations robotisées de ponçage et de polissage sont en service dans le monde. Ainsi, cette entreprise compte parmi les plus grands intégrateurs et prestataires de services robotiques d’Europe.

 

Aus den Anfängen des Unternehmens entwickelte sich bis heute ein prozess- und lösungsorientiertes Robotersystemhaus. Mit rund 70 hochqualifizierten Fachkräften bei rund 50 Projekten im Jahr und stark abhängig von den Projektgrössen wird ein Jahresumsatz von etwa 10 Mio. Euro erwirtschaftet. Das Unternehmen befasst sich am Stammsitz in Böttingen mit Analyse, Beratung, Projektierung, Konstruktion, Herstellung, Programmierung, Inbetriebnahme und After Sales Service von Roboteranlagen und -systemen. Die SHL-Lösungen ermöglichen die wirtschaftliche, prozesssichere sowie vollautomatische Schleif-, Polier-, Entgrat-, Bürst- und Fräsbearbeitung und übernehmen unterschiedliche Handlingsaufgaben in vielen Branchen.
 
Das Gründertrio von 1989 (von links): Otmar Seelmann, Winfried Häring und Johannes Lehr.
 
Kurzer Blick zurück
In der Gründungszeit waren Schleifen und Polieren extrem mühselige, wenig automatisierte Arbeitsgänge. Jedes Unternehmen hatte seine eigenen Rezepturen und dementsprechend unterschiedlich waren die Qualitäten. Darüber hinaus wurden die Prozesse den gesetzlichen Normen und Bestimmungen für Arbeitsplatzbedingungen immer weniger gerecht. Am 1. Juli 1989 machten sich Otmar Seelmann, Winfried Häring und Johannes Lehr mit dem Ziel selbständig, Schleif- und Polierprozesse robotergestützt zu automatisieren. Die erste Wirkungsstätte war die leerstehende Fertigungshalle einer ehemaligen Dreherei, die ideal für den Start zum Bau von Schleif- und Polieranlagen mit integrierten Industrierobotern war. Das Trio schaffte es, mit einem automatisierten Oberflächenfinish erstmals eine deutlich effizientere Produktion und darüber hinaus eine gleichbleibende Output-Qualität zu realisieren. Und damit stiess man in eine Marktlücke vor und sicherte sich rasch die Aufmerksamkeit namhafter Unternehmen, die bis heute auf der Kundenliste stehen.
Ein italienischer Möbelhersteller war der erste, der bei SHL anklopfte. Das Schleifen und Polieren von Fussgestellen für Bürostühle von Hand gestaltete sich äusserst mühselig und zeitaufwendig. Die Italiener fragten nach einer automatisierten Lösung und wurden «pronto» bedient. «Mit dem automatisierten Prozess zum Schleifen und Polieren der Oberflächen mit Industrierobotern und ausgeklügelten Stationen sowie platzsparenden Fahrwegen haben wir die Branche revolutioniert und einen Meilenstein gesetzt», sagt Vorstand Gerd Lehr.
 
Die erste Anlage wurde für einen italienischen Möbelhersteller zum automatisierten Schleifen und Polieren von Fussgestellen für Bürostühle entwickelt.
 
In den folgenden Jahren ging es Schlag auf Schlag. Die Zahl der Mitarbeiter stieg kontinuierlich und die Aufträge nahmen zu. 1991 wurde die erste Doppelpolieranlage mit integrierten Industrierobotern von Kuka ausgeliefert. Anfang der Neunzigerjahre trug ein rasanter Anstieg an komplexen Aufträgen für Maschinen, Anlagen und Robotern rund um die Schleif- und Poliertechnik zur vielseitigen Bearbeitung von Badarmaturen, Türdrückern und Beschlägen zur gesunden Entwicklung des Unternehmens bei. Steigende Losgrössen in der Fertigung und Variantenvielfalt erforderten passende Antworten für die Finishbearbeitung metallischer Oberflächen. Und SHL lieferte sie in Form von Anlagen, die hinsichtlich Zuführung, Greifersystemen und den Kundenwünschen nach schnellen, automatischen Prozessen zunehmend komplexer wurden.
Im Jahre 1993 zog das Unternehmen nach einer Bauzeit von nur acht Monaten in ein eigenes Gebäude am heutigen Firmensitz mit einer Produktionsfläche von 1350 m2, hinzukamen noch 430 m2 für Verwaltungsräume. Im November wurde die erste Hausmesse mit Fachvorträgen durchgeführt.
 
Die Anlagen werden in der modernen, klar strukturierten und lichtdurchfluteten Produktionshalle zusammengebaut.
 
Erste Entgratmaschine für Aluminiumfelgen
Einer leicht schwächelnden Badarmaturenindustrie Anfang der Neunzigerjahre konnte man durch Aufträge aus der räumlich naheliegenden Medizintechnik begegnen. 1996 wurde die bis anhin grösste Roboterschleifanlage mit acht integrierten Industrierobotern und vollautomatischem Zuführprozess ausgeliefert. Zwei Jahre später kamen Anfragen von Automobilzulieferern. Innerhalb weniger Monate wurde die erste Entgratmaschine für Aluminiumfelgen konzipiert, gefertigt, montiert und in Betrieb genommen.
Ein weiterer Meilenstein war die Eröffnung des Schulungs- und Trainingszentrums im Jahre 1999. Industrieroboterlösungen machen es zu einem «Know-how-Pool». Hier wird theoretisches Wissen in die Praxis umgesetzt. Mitarbeiter von SHL-Kunden erlernen hier das spezielle Handling im Aufgabengebiet Schleifen und Polieren sowie die Programmierung im Umgang mit integrierten Industrieroboterlösungen. Bis heute ist es ein unverzichtbares Etappenziel bei der Umsetzung von Projekten. Hier werden wichtige Vorversuche unter Realbedingungen durchgeführt, um Machbarkeit und Lösungsvorschläge zu testen.
Kurz nach der Jahrtausendwende kündigte sich bei SHL ein Generationswechsel an. Gerd Lehr nahm 2001 zunächst seine Aufgaben als Prokurist wahr. Gründungsmitglied Otmar Seelmann schied aus Altersgründen aus und wechselte wenig später in den Aufsichtsrat. Gerd Lehr und Winfried Häring sind heute Vorstände der SHL Automatisierungstechnik AG. Im Jahre 2008 entstand in Böttingen ein neuer, moderner Verwaltungstrakt. Die Gesamtfläche für Verwaltung, Vertrieb, Produktion, Montage, Inbetriebnahme, Schulung und Versuch betrug nun 5000 m2.
Eine technische Herausforderung stand 2009 an: In enger Zusammenarbeit mit einem Kunden aus Südamerika wurde eine Produktionslinie für Wasserarmaturen entwickelt. Dies sollte die Grundlage für einen der grössten Aufträge der Firmengeschichte im Jahre 2010 sein. Heute ist das südamerikanische Unternehmen der grösste Kunde von SHL.
 
Im Schulungs- und Trainingszentrum wird einerseits unterrichtet, und andererseits laufen bei konkreten Projekten wichtige Vorversuche unter Realbedingungen.
 
Besinnung auf die eigenen Stärken
Projekte werden bei SHL erfolgreich durch die Besinnung auf die eigenen Stärken umgesetzt. So werden die benötigten Schleif- und Poliermaschinen im eigenen Haus entwickelt und gefertigt. «Damit lassen sich nicht nur alle Qualitäts-, Termin- und Flexibilitätsaspekte berücksichtigen, sondern auch die Schnittstellen klar definieren», erklärt Vorstand Winfried Häring. Die Roboter werden von auswärts beschafft, während das gesamte Umfeld an Bearbeitungstechnik, Greifer, Werkzeuge und Materialfluss komplett in Eigenregie entsteht, einschliesslich mechanischer, elektrischer sowie steuerungs- und softwaretechnischer Ausrüstung.
«Der Lieferant muss zum Markt kommen und nicht umgekehrt»: Dieses Prinzip ist einer der Schlüssel zum Erfolg und wird seit der Unternehmensgründung gelebt. Dadurch wird auch die Time-to-Market verkürzt. Die Internationalisierung der Wirtschaft und damit auch der Produktion erfordert eine Präsenz vor Ort. Dementsprechend ist die Globalisierung für SHL gelebte Realität, zumal ein Anwender oder Zulieferer seine Produktionsbetriebe in andere Länder verlagert und sich somit Kostenvorteile verschafft hat. «Die nationale und internationale Vertriebsstruktur von SHL richtet sich ausschliesslich an den aktuellen Bedürfnissen der Märkte aus, die unterschiedlich strukturiert sind», sagt Winfried Häring. Folgerichtig konzentriert man sich auf den grossen deutschsprachigen Markt (Deutschland, Schweiz, Österreich), Resteuropa, Nord- und Südamerika, Asien und China sowie Russland. Um den nord- und südamerikanischen Markt auszubauen, wurde 2005 die SHL Automation Inc. in Atlanta (USA) gegründet.
 
Die heutigen SHL-Vorstände Winfried Häring (links) und Gerd Lehr (rechts).
 
Ausblick
Noch im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts musste überwiegend manuell geschliffen und poliert werden. Inzwischen ist das automatisierte Oberflächenfinish von SHL Referenz in der Hightech-Industrie geworden. Automatisierung liefert höhere Qualität, präzise Reproduzierbarkeit von Fertigungsprozessen sowie ausgeprägte Flexibilität durch softwareunterstützte Produktion.
Im Jubiläumsjahr 2014 sieht sich die SHL Automatisierungstechnik AG als Impulsgeber und strebt die weltweite Technologieführerschaft rund um die Kernkompetenz Schleifen und Polieren an. Auf der Basis eines breiten Branchenmix und eines umfassenden Prozessspektrums maximiert das Unternehmen Synergien und reduziert Risiken. Das zentrale Ziel von SHL bleibt kundenorientiertes Handeln sowie eine dauerhafte Kundenbeziehung durch intensive und individuelle Betreuung.
 
SHL Automatisierungstechnik AG
Spaichinger Weg 14
D-78583 Böttingen
Tel. +49 7429 930 40
Fax +49 7429 930 450
info@shl.ag


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ERNE surface SA est bien connue des utilisateurs de la branche galvanotechnique en Suisse. Mais comment cette entreprise fit-elle ses débuts il y a 80 ans? Tout commença avec une droguerie à Zurich.
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