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03 juin 2013 | Oberflächen POLYSURFACES 03/2013 | Éditorial

Edito (3/2013)

Firmengründer

Ausbilder für Unternehmen: Eine Mission für die Hochschulen? Das Thema einer Debatte für die kommende Fachmesse EPHJ-EPMT-SMT riskiert wahrscheinlich, die Gemüter zu erhitzen. Denn die Absicht ist mehrdeutig: reden wir über Start-ups, Ablösung des Arbeitgebers, Exzellenz in der Ausbildung oder der Forschung? Machen wir zu viel? Nicht genug? Ist es das Ziel der Hochschulen?
Im Umfeld von Hochschulen existieren Inkubatoren für Unternehmen mit vielen Organisationen, verantwortlich für die Erkennung und Förderung von Spin-offs, Start-ups, etc. Die Flexibilität dieser Inkubatoren ermöglicht die administrative Steifigkeit zu mildern. Dies ist notwendig, weil die Erschaffung von neuem im legalen Rahmen einer Schule, welche für andere Ziele optimiert wurde, oft eine unmögliche Mission ist. Die Notwendigkeit des Pragmatismus und die Dynamik dieser Inkubatoren scheinen sich allmählich durchzusetzten. Glücklicherweise etablieren sich eine gewisse Transparenz und Verhaltenskodizes: der Übergang zwischen den staatlichen und den privaten Anstrengungen muss eindeutig sein.
Wird der Unternehmergeist in den Hochschulen geboren oder zum Erblühen gebracht? Ist es möglich, seine Ausbildung mit Erfolg abzuschliessen: Kindergarten, Lehre, Matura, eine Ingenieurschule, wenn man die typischen Merkmale des Gründers eines Unternehmens hat? Wenn jedermann die Qualitäten seiner Mängel hat, sollte zugegeben werden, dass diese letzteren mehr als einen Werdegang beenden.
Ermöglicht die Ausbildung des Geistes nicht die Ausbildung von Unternehmen? Die Anstellung von Personen, welche in anderen Denksystemen ausgebildet wurden, ist ein riskantes Abenteuer, falls der Schock und der mögliche Gewinn für das Unternehmen nicht vorher bedacht werden. Die Hochschulen positionieren sich durch die Wahl oder die geopolitische Situation zwischen enger Swissness und internationaler Kultur. Sie übernehmen dann den entsprechenden Managementkodex und die entsprechende Ausbildung. Wer ist sich dessen zum Zeitpunkt der Wahl der Ausbildung bewusst? Unsere professionellen Netzwerke ergeben sich grösstenteils durch Kontakte aus unserer Ausbildung, seien es alte Freundschaften oder ein dynamisches Geflecht von Fachleuten?
Die Exzellenz in der Ausbildung ist sicherlich unabdingbar. Paradoxerweise und zum Glück beinhaltet diese Exzellenz vielfältige Formen, unsere ist immer besser als die des benachbarten Dorfes oder des benachbarten Kontinents.
Die Debatte ist eröffnet.
 
Dr Eric Rosset
Professeur HES-SO Genève
Membre du comité central SGO-SST